Inhalt anspringen

H-Erase ist ein Löschverfahren für Flash-Speicher, das wir bei HeadCrash entwickelt haben und ausschließlich selbst anwenden. Es löscht die Daten auf Flash-Speicherchips so, dass sie nicht wiederherstellbar sind – auch dann, wenn der Datenträger defekt ist und sich über seine normale Schnittstelle nicht mehr löschen lässt. Für H-Erase bereiten wir derzeit eine Patentanmeldung vor; Einzelheiten des Verfahrens veröffentlichen wir deshalb nicht.

Das Problem: defekter Flash-Speicher lässt sich nicht löschen

Flash-Speicher wird normalerweise über seinen eigenen Controller gelöscht – mit Befehlen wie Secure Erase, Sanitize oder Crypto Erase. Das funktioniert nur, solange das Laufwerk arbeitet. In der Praxis ist das bei ausgemusterten Datenträgern oft nicht der Fall:

  • Der Controller ist ausgefallen – die SSD oder der USB-Stick wird gar nicht mehr erkannt.
  • Die Schnittstelle ist beschädigt – Stecker abgebrochen, Platine korrodiert, Wasserschaden.
  • Die Firmware hängt – das Laufwerk meldet sich mit falscher Kapazität oder im Schreibschutz.
  • Der Speicher ist verlötet – etwa in Smartphones, Tablets oder Notebooks mit fest verbauter SSD.

In all diesen Fällen bleiben die Daten auf den Speicherchips erhalten. Ein Datenrettungslabor kann solche Chips auslesen – wir wissen das, weil wir es selbst tun. Die einzige Alternative bisher: die Chips mechanisch zerkleinern und darauf hoffen, dass die Partikel klein genug sind. Bei modernen Chips mit sehr hoher Speicherdichte trägt aber schon ein kleines Bruchstück noch Daten.

Was H-Erase leistet

  • Wirkt auf jeden einzelnen Speicherchip – unabhängig davon, ob Controller, Firmware oder Schnittstelle noch funktionieren.
  • Endgültig: Die Daten sind nach H-Erase auch mit Labormethoden nicht wiederherstellbar – nicht durch Auslesen der Chips, nicht durch Rekonstruktion.
  • Vor der Zerstörung: H-Erase ersetzt die mechanische Zerstörung nicht, sondern geht ihr voraus. Der Schredder ist auch hier der letzte Schritt.
  • Dokumentiert: Im Vernichtungsprotokoll steht bei jedem Datenträger „H-Erase“ als Löschverfahren.
  • Nur bei HeadCrash: Wir lizenzieren das Verfahren nicht und wenden es ausschließlich in unserem Labor in Berlin an.

Welche Speichertypen

H-Erase ist für alle gängigen Arten von Flash-Speicher ausgelegt:

SpeichertypTypische Bauform
NAND-Flash – SLC, MLC, TLC, QLC, planar (2D) und gestapelt (3D-NAND)Speicherchips in SSDs, USB-Sticks, Speicherkarten
eMMC (embedded MultiMediaCard)verlöteter Speicher in Smartphones, Tablets, günstigen Notebooks, Navis, Industriegeräten
UFS (Universal Flash Storage)verlöteter Speicher in aktuellen Smartphones und Tablets
Monolithische Flash-BausteinemicroSD-Karten und kompakte USB-Sticks, bei denen Controller und Speicher in einem Gehäuse vergossen sind
NOR-FlashFirmware- und Konfigurationsspeicher, etwa in Routern, Druckern, Kopierern und Steuergeräten

Welche Datenträger

  • SSDs aller Bauformen: 2,5 Zoll SATA, M.2 SATA und NVMe, mSATA, U.2, auch verlötete SSDs aus Notebooks
  • USB-Sticks und externe SSDs, einschließlich monolithischer Sticks
  • Speicherkarten: SD, microSD, CompactFlash, CFast, CFexpress
  • Smartphones und Tablets mit eMMC- oder UFS-Speicher
  • Speicher aus Geräten: eMMC-Module aus Thin Clients, Kassensystemen, Navigations- und Industriegeräten, Speicher aus Druckern und Kopierern

Wann wir H-Erase einsetzen

Funktionsfähige SSDs löschen wir in Stufe 2 mit den Befehlen des Laufwerks (Secure Erase, Sanitize oder Crypto Erase) und prüfen das Ergebnis. H-Erase setzen wir ein, wenn das nicht möglich ist – also bei defekten, nicht erkannten oder verlöteten Flash-Speichern – und auf Wunsch zusätzlich bei funktionsfähigen Datenträgern mit besonders schutzwürdigen Daten. Danach wird jeder Speicherchip nach DIN 66399 zerkleinert.

Warum wir überhaupt erst löschen und dann zerstören: Schreddern allein ist keine Datenvernichtung .

Vernichtung anfragen · SSDs, USB-Sticks und Speicherkarten · Preise